Das Fußballfeld im Spannungsfeld

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Sport & Politik  »  Openair-Ausstellung „AWoman’s Goal“

Fußballfeld im SpannungsfeldWährend der Frauenfußball in Deutschland voll etabliert ist und mit der WM 2011 im eigenen Land seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, steht Afghanistan erst am Anfang dieses Weges. Fußball gilt in der patriarchalischen Gesellschaft als ungeeignet für Frauen. Trotzdem gibt es junge Afghaninnen, die ihren Fußball-Traum verfolgen und ihren Idolen Birgit Prinz, Steffi Jones oder der Brasilianerin Marta nacheifern. Das Fußballfeld wird dabei zum Spannungsfeld zwischen der Begeisterung für den Sport und der traditionellen Rolle der afghanischen Frau. Jedoch sind die gesellschaftlichen Einschränkungen nicht das einzige Problem, mit dem die afghanischen Fußballerinnen zu kämpfen haben. Wegen der politischen Lage im Land muss die Frauen-Nationalmannschaft unter dem Schutz von Sicherheitskräften trainieren. Die Übungen werden unterbrochen, wenn zwischendurch ein Militärhubschrauber auf dem Trainingsfeld landet.

Diese Schwierigkeiten sind Thema der Ausstellung „A Woman’s Goal“, die am 28. Juni auf dem Burgfeld in Friedberg eröffnet wird. Die Fotografin Lela Ahmadzai stammt aus Kabul und ist im Alter von 17 Jahren nach Deutschland ausgewandert. Ihre Bilder vom Alltag der Nationalspielerinnen werden bewusst als Outdoor-Ausstellung installiert, um auch Menschen anzusprechen, die üblicherweise nicht ins Museum gehen. Die Ausstellung soll dort zu sehen sein, wo der Sport lebt! Die Initiatoren wollen mit den emotionalen Fotografien Denkanstöße geben und ein Zeichen für Gemeinsamkeit setzen. Denn gemeinsam kann man etwas bewegen und neue Wege beschreiten. Wie gut sich Sport und insbesondere Fußball als Bindeglied zwischen Nationen und Kulturen eignet, das hat die WM 2006 in Deutschland eindrucksvoll und nachhaltig bewiesen. In der Frauen WM 2011 ruht nun ein noch größeres Potenzial, da die zu überwindenden Barrieren zum Teil noch größer sind. Genau das zeigt die Ausstellung „A Woman’s Goal“.

Dass die großartige Foto-Dokumentation rechtzeitig zur Frauen-WM 2011 nach Friedberg kommt, ist der Initiative „Welcome to Bad Nauheim / Friedberg“ zu verdanken. Der Initiative wirbt mit elf guten Gründen für die Attraktivität und sportliche Aktivität der Region Bad Nauheim/Friedberg. Dazu gehören optimale Trainingsbedingungen, erstklassige Unterkünfte, optimale medizinische und sportmedizinische Versorgung vor Ort und auch das tolle Flair der gesamten Kulturregion Wetterau.

Die Ausstellung „A Woman’s Goal“ wird am 28.06. um 11 Uhr auf dem Burgfeld in Friedberg sowie im JUNITY- Gebäude an der Sportanlage Burgfeld von Vertretern der Initiative „Welcome 2011 – Welcome to Bad Nauheim/Friedberg“ sowie Vertretern der Städte Friedberg, Bad Nauheim und Ober-Mörlen eröffnet. Die Künstlerin Lela Ahmadzai wird persönlich vor Ort sein. Im Rahmen einer moderierten Talkrunde werden Holger Obermann, der erste Nationaltrainer der afghanischen Frauenfußball-Nationalmannschaft, Zarmina Zaman, Initiatorin einer in der Region Bad Nauheim/Friedberg verankerten Hilfsorganisation für Afghanistan, Nadine Hagmann, Bundesliga-Fußballspielerin von Bad Neuenahr sowie Nadia Qani, „eine Deutsche aus Afghanistan“, Unternehmerin aus der WM-Stadt Frankfurt, Gesprächspartner der Eröffnungsveranstaltung sein.

Als besonderes Extra werden Spielerinnen der Frauenfußballmannschaft der Spielvereinigung 08 Bad Nauheim für die Gäste der Eröffnung kochen! Auf dem „Speiseplan“ stehen ausgewählte Gerichte aus der WM-Aktion „Kulinarische Reise durch die 16 WM-Länder“, die in Zusammenarbeit mit dem Bad Nauheimer Institut für Sporternährung entwickelt wurden.

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