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Wetterau

Selbstbehauptung

Der Selbstbehauptungskurs für Mädchen

Drei Nachmittage für jeweils zwei Stunden trafen sich zwölf Mädchen in der Friedberger Jugendfreizeiteinrichtung „Junity“, um zusammen mit Anja Stache, Viktoria Garben und Julia Menz eine selbstbewusste Ausstrahlung zu üben, Befreiungstechniken zu lernen, die Stimme einzusetzen, sowie Tipps und Trick zum Thema Selbstbehauptung anzuwenden. In Rollenspielen, die sich sehr großer Beliebtheit erfreuten, konnten die Mädchen nachfühlen, wie es ist, wenn man von jemandem bedrängt wird, und was sie konkret in für sie unangenehmen oder bedrohlichen Situationen tun können. So sind die Mädchen gestärkt aus dem Kurs gegangen, in dem Wissen, dass sie sich nicht alles einfach gefallen lassen müssen, wie sie für sich und persönlichen Grenzen selbstbewusst eintreten können, aber auch, wie sie sich im Notfall zur Wehr setzen und Öffentlichkeit herstellen können.


„Limes-Cicerone“

Ein 10-Kilo-Kettenhemd streift man nicht so einfach über, auch nicht die stilechte rote Tunika wie ein modernes T-Shirt. “Limes Cicerone” Thomas Staller kam so ausgerüstet zu seinem Vortrag über den hessischen Limes in das Erika-Pitzer-Begegnungszentrum.

Von der 550 Kilometer langen Grenzanlage des Obergermanisch-Raetischen Limes verlaufen - so Thomas Staller – 153 km durch das Bundesland Hessen, (von der Grenze zu Rheinland-Pfalz bei Heidenrod bis zur bayerischen Landesgrenze bei Mainhausen). Begleitet wird diese Linie von 18 großen Kastellen, 31 Kleinkastellen und 221 Wachturmstellen, deren Überreste sich in unterschiedlicher Erhaltung im Gelände nachvollziehen lassen.

Auch der „Hausberg“ der Bad Nauheimer, ihr Johannesberg hatte eine Funktion, wußte Staller zu berichten. In römischer Zeit befand sich hier seit dem 2. Jahrhundert ein Signalturm, der zum System des Obergermanischen Limes gehörte. Baulich glich er einem Limeswachturm. Vermutlich diente er dazu, optische Signale vom Limes zum Kastell Friedberg zu übermitteln, das keine direkte Sichtbeziehung zum nächstgelegenen Limeswachturm auf dem Gaulskopf hatte. Weitere rückwärtige Wachtürme dieser Art gab es am Kapellenberg bei Hofheim und bei Wölfersheim-Wohnbach. Die Reste des römischen Signalturms wurden 2010 restauriert und dabei auch kenntlich gemacht, welche Teile Original und welche Ergänzung sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Wetteraukreis zeigt Flagge

„Frei leben ohne Gewalt“: Die Fahnen mit diesem Aufruf hängen in der kommenden Woche vor der Kreisverwaltung in Friedberg und Büdingen. Anlass ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Seit TERRE DES FEMMES 1981 diese weltweite Fahnenaktion ins Leben rief, beteiligt sich auch der Wetteraukreis gemeinsam mit rund 6.000 Institutionen und Verbänden daran.

Die Statistik der Vereinten Nationen spricht eine deutliche Sprache: Weltweit wird jede dritte Frau einmal in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder in irgendeiner anderen Form missbraucht. Gewalt an Frauen hat viele Gesichter, kommt überall vor und kennt keine Landesgrenzen. Mit der weltweiten Fahnenaktion am 25. November wird dieses tief greifende Problem immer wieder öffentlich gemacht.

„Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass auch vor den beiden Verwaltungsgebäuden des Wetteraukreises in Friedberg und Büdingen die Fahne mit dem Aufruf gegen Gewalt hängt“, bekräftigt Landrat Joachim Arnold. Über das Flagge zeigen und Solidarität bekunden hinaus unterstützt der Wetteraukreis aber auch ganz praktisch das Hilfsangebot für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind. Teil dieser wichtigen Infrastruktur sind das Frauenhaus Wetterau, der Frauennotruf und Wildwasser Wetterau.

Dass dieses Beratungs- und Schutzangebot dringend benötigt wird zeigen die Zahlen. So dokumentiert die polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 260 Fälle häuslicher Gewalt im Wetteraukreis. 101 Frauen mit 126 Kindern fanden 2011 im Frauenhaus Zuflucht, Schutz und Hilfe. 320 Frauen wurden von den Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs und der Beratungsstelle des Frauenhauses zu häuslicher, sexueller oder auch psychischer Gewalt beraten. „In Trennungs- und Scheidungssituationen erhöht sich für Frauen die Gefahr körperlich und sexuell von ihrem Partner misshandelt zu werden“, weiß Christa Mansky vom Frauennotruf Wetterau aus Erfahrung.
Zehn Jahre Gewaltschutzgesetz
Die auch auf Bundesebene beharrliche Arbeit all dieser Einrichtungen hatte Früchte getragen: So trat vor zehn Jahren das Gewaltschutzgesetz in Kraft, das Gesetz zum zivilrechtlichen Schutz vor Gewalttaten und Nachstellungen, sowie zur Überlassung der Ehewohnung bei Trennung. Mit diesem Gesetz, das deutlich macht: nicht das Opfer, sondern der Täter muss gehen, wurde es erstmals möglich, bei häuslicher Gewalt den Täter aus der Wohnung zu weisen. Gewalt im familiären Umfeld war damit nicht mehr länger Privatsache und die Polizei bekam konkrete Handlungsmöglichkeiten, um eingreifen zu können.

„Ganz ohne Zweifel hat das Gewaltschutzgesetz zum verbesserten Schutz von Frauen und Kindern geführt und auch zu einem gesellschaftlichen Umdenken beigetragen“, resümiert Kornelia Schäfer, Leiterin des Fachdienstes Frauen und Chancengleichheit und Koordinatorin des Kreispräventionsrats. Dennoch besteht für viele von Gewalt betroffene Frauen eine Hemmschwelle sich nach außen zu wenden und Hilfe zu suchen. Um diese Hemmschwelle so niedrig wie möglich zu halten, arbeiten der Arbeitskreis „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder“ und der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Wetteraukreis eng zusammen und koordinieren auch ihre Öffentlichkeitsarbeit. „Ziel ist es durch eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit häusliche Gewalt schneller zu erkennen und den Betroffenen besser zu helfen“, sagt Kornelia Schäfer.

 

 

 

 

 

 

Hessische Jugendamtsleitungen treffen sich in der Wetterau

Zweimal im Jahr treffen sich die hessischen Jugendamtsleitungen gemeinsam mit Vertretern des Hessischen Landkreistages. Die Herbsttagung 2012 fand im Butzbacher Stadtteil Nieder-Weisel statt.

Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent Helmut Betschel-Pflügel begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter aus 21 hessischen Landkreisen. Der Schwerpunkt der Tagung lag insbesondere auf den Themen U3-Betreuung und Kinderschutz.

Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ist ein Thema, das derzeit alle Kommunen sehr beschäftigt, sowohl was die Finanzierung angeht, aber auch die Frage des personellen Nachwuchses. „Wir brauchen eine Reform der Erzieherinnenausbildung. Fünf Jahre für eine Ausbildung, die am Schluss nicht einmal sonderlich gut bezahlt wird, ist einfach zu lang“, beklagt Betschel-Pflügel.

Schließlich diskutierten die Jugendamtsleitungen über die Auswirkungen des neuen Bundeskinderschutzgesetzes. Vor Ort sollen Netzwerke aufgebaut werden, die junge Familien in ihrer Erziehungskompetenz stärken. Mit niedrigschwelligen Angeboten haben bereits Schwangere einen Beratungsanspruch. Junge Familien sollen beraten und unterstützt werden.  Gerade nach dem ersten Kind kommen oft ungeahnte Probleme auf die jungen Familien zu, die leicht zu Überforderungen führen können.


„Kunst in Kirchen“

Nach zwei erfolgreichen Projekten von „Kunst in Kirchen der Wetterau“ wird es im Jahr 2013 eine Neuauflage geben. Nach den Themen „Wasser“ und „Feuer“ steht im kommenden Jahr das Thema „Erde“ im Mittelpunkt.

Landrat Joachim Arnold hat am gestrigen Dienstag (20. November) im Plenarsaal des Friedberger Kreishauses die Planungen für das kommende Jahr vorgestellt. Danach werden entlang der Wetter die evangelischen Kirchen in Münzenberg, Gambach, Griedel und Steinfurth sowie die katholischen Kirchen in Rockenberg und Oppershofen in der Zeit von Ende August bis zum 3. Oktober zu Kunsträumen. „Wir wollen Kirchenbesucher mit Kunst konfrontieren, aber auch kunstinteressierte Menschen wieder in die Kirchen holen“, betonte Landrat Arnold bei der Präsentation.

Zur Präsentation der Veranstaltung wurde das Thema Erde aus verschiedenen Blickpunkten betrachtet. Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal sprach zu dem „was alles im Boden liegt“,  Pfarrer Ernst Rohleder und Peter Nickel sprachen zum Thema „Bodenkunde – Wichtige Ressourcen der Wetterau“ und Dekanatsreferent Andreas Münster hat die theologischen Aspekte des Themas Erde beleuchtet.

Wie auch in den Vorjahren arbeitet bei dem Projekt der Wetteraukreis gemeinsam mit der katholischen Kirche und der evangelischen Kirche in der Wetterau zusammen. Die jeweiligen Kirchengemeinden sind eng eingebunden und werden zu den Kunstpräsentationen auch eigene Veranstaltungen begleitend organisieren.

„Kunst in Kirchen“, so Landrat Arnold, „ist ein Projekt, das deutschlandweit seinesgleichen sucht und ein Beleg für die „Kulturlandschaft“ Wetterau“ ist.



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