Bad Homburg

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Schneefälle und Schneeschmelze  

Stadtarchiv lässt Judaica restaurieren

Das Bad Homburger Stadtarchiv lässt Bücher einer im 18. Jahrhundert in der Stadt ansässigen hebräischen Druckerei restaurieren. Von den 22 Bänden, die das Stadtarchiv innerhalb der letzten Jahre erwerben konnte, waren zwölf dringend restaurierungsbedürftig. Einige stehen inzwischen schon wieder zur Einsichtnahme im Lesesaal zur Verfügung. Die Wiederherstellung der Bände zählt zu den Bemühungen der Stadt, das jüdische Leben in Homburg und dessen Geschichte lebendig zu erhalten.
In Homburg gab es in den Jahren 1711 bis 1749, möglicherweise auch noch 1767, eine hebräische Druckerei. Seligmann ben Hirz Reis, später dann Israel ben Moses und Aaron Dessau betrieben in Frankfurt ein kleines Unternehmen, das aber im Laufe des 18. Jahrhunderts aufgrund des Drucks der Frankfurter Zünfte immer wieder in die Umgebung Frankfurts ausweichen musste. Station war neben Hanau und Offenbach auch Homburg vor der Höhe.
Die frühesten bekannten hebräischen Drucke aus Homburg vor der Höhe sind in den Jahren 1711 und 1712 entstanden. Weitere Druckerzeugnisse liegen aus den zwanziger, dreißiger und vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts sowie aus dem Jahr 1767 vor. Wie viele Drucke insgesamt in Homburg vor der Höhe hergestellt worden sind, lässt sich nur mühsam rekonstruieren, da man zu dieser Zeit häufig verschiedene Drucke zusammengebunden, getrennt und dann mit anderen wieder zusammengebunden hat. Erst eine umfassende wissenschaftliche Bestandsaufnahme könnte zu einem vollständigen Bild führen. Eine dem Stadtarchiv vorliegende Liste, die 1918 von dem Frankfurter Bibliothekar Aron Freimann erstellt wurde, enthält 37 Titel. Darin fehlen allerdings einige der vorliegenden Bände, so dass es deutlich mehr gedruckte Titel gegeben haben muss.
Bis vor wenigen Jahren besaß die Stadt kein einziges Erzeugnis der hebräischen Druckerei, doch in den letzten Jahren gelang es dem Stadtarchiv immerhin, 22 Bände im Antiquariatshandel zu erwerben. Einige der Bücher waren allerdings in einem schlechten konservatorischen Zustand. Das Stadtarchiv begann 2012 mit der Restaurierung, da die Bände nun Stück für Stück von Mitarbeitern der Universitätsbibliothek Frankfurt in den online recherchierbaren Katalog des hessischen Verbundsystems HeBIS eingegeben werden. Daraus folgt dann unmittelbar eine stärkere Benutzungsfrequenz. Zwölf Bücher sind zur Restaurierung gegeben worden, neun davon sind inzwischen wieder in Bad Homburg.
Dazu zählen auch zwei besonders sehenswerte Bände, die in der Offizin des Aron Dessauer entstanden sind („Gedruckt in der heiligen Gemeinde Homburg Vor der Höh“) und Kommentare für Talmudtraktate enthalten. Das Titelblatt des einen Bandes von 1741 ist mit einer sehr originellen Darstellung eines Schiffs und eines Walfischs, in dessen Leib zwei Menschen an einer Feuerstelle kochen, geschmückt – vermutlich eine Anspielung auf den Verfasser der Kommentare, Meir Schiff.
Der andere Band aus dem Jahr 1736 zeigt auf dem Titelblatt eine Silhouette von Homburg.

 

Fußball um Mitternacht

Am Freitag, 21. Dezember, findet in der Sporthalle der Gesamtschule am Gluckenstein der letzte Mitternachtssport in diesem Jahr statt. Von 22:15 Uhr bis 1:30 Uhr wird dort Basketball und Fußball gespielt. Mannschaften, die am Fußballturnier teilnehmen möchten, können sich bis 22:15 Uhr anmelden. Willkommen sind alle sportbegeisterten Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 - 21 Jahren. Wer mitmachen möchte, benötigt Sportkleidung und Hallenschuhe mit heller Sohle.

Der erste Mitternachtssport-Termin im neuen Jahr ist am 22. Februar in der Hochtaunushalle.


Eine Faust aus Seide

Im Bad Homburger Museum im Gotischen Haus wurde für die vergangene Ausstellung „Romantik in Homburg“ ein Teil des „Elisabeth-Kabinetts“ ausgeräumt. Darunter befanden sich auch Objekte, die mit weiblicher Handarbeit und Perlenstickerei zu tun hatten. Die prächtigen Nähkästchen, die dabei standen, stehen nun im neuen „Romantik-Zimmer“ des Museums.
In einem der Nähkästchen befand sich ein zerknülltes Papier, das etwas über ein „Pferdemaß in Faust“ und einige adelige Besitzer dieses Stückes mitteilte. Das Papier besagt, dass der Unterzeichner Weckerling das Pferdemaß als Geschenk von Oberst von Hess erhalten habe. „Nach dessen Aussage hatte er dasselbe vom Prinz Carl Eugen Lothringen, dessen Adjutant er damals war zum Geschenk erhalten. Dieser aber hatte es einstens von seiner Tante der Kaiserin Maria Theresia zum Geburtstagsgeschenk erhalten. – Jaworow in Galizien 11. August (1)856“.
Diese Geschichte passte nur zu einem Exponat. Das war der Vitrine zum Thema Schneiderei und Mode zugeordnet, erwies sich aber als ein Band mit der Maßeinheit „Faust“, einem österreichischen Längenmaß zum Messen von Pferden. Das Band ist 1764 datiert, besteht aus gewebtem, hellblauem Seidenstoff, mit gestickter Skalierung in gelb. Der Stoff ist leicht verzogen, wodurch die Messeinheiten ungenau geworden sind. Die „Faust aus Seide“ ist aufgewickelt auf ein Holzplättchen, auf das man mit dem Fuß trat und dann die Höhe des Tieres maß. Das Band ist 2,01 Meter lang und 32 Millimeter breit, das Plättchen ist 11,8 Zentimeter lang und 43 Millimeter breit.
Das Maßband stammte ursprünglich von Kaiserin Maria Theresia (1717–1780), sie schenkte es dem Kavallerieoffizier Prinz Karl Eugen von Lothringen (1751–1825), der gab es an seinen Adjutanten von Hess, dieser gab es an Johann Heinrich Weckerling jun., von dort gelangte es in die große Sammlung Dr. Karl Zurbuch, und 1922 kaufte es die Stadt Bad Homburg von dessen Witwe Luise für das 1916 gegründete Städtische historische Museum.
Lang nicht identifiziert, werden beide Prunkstücke, Dokument und Maßband, in einer neuen Vitrine zu historischen Längenmaßen vorgestellt.

 

 

Starke Schneefälle und Schneeschmelze erfolgreich geübt

Im Rahmen einer Stabsrahmenübung wurde im  Hochtaunuskreis das Eintreten starker Schneefälle und darauf folgendes Tauwetter simuliert.

Die Übung, ohne operativ tätige Einsatzkräfte, wurde über eine webbasierende Führungsunterstützungssoftware geführt und simulierte starken Schneefall mit Schneehöhen von 30cm bis in die Niederungen und in Höhenlagen ab 300m sogar bis 70cm. Unterstellt wurden bei dem Szenario zudem Windgeschwindigkeiten in Böen von 100-130km/h bei Temperaturen zwischen 0 und -2 Grad Celsius. 

„Das aktuelle Winterwetter zeigt, wie wichtig es in einer Mittelgebirgsregion ist, auf extreme Wetterlagen vorbereitet zu sein und die möglichen Schwierigkeiten und Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Ich danke allen Beteiligten sehr herzlich für die engagiert durchgeführte Übung und allen Organisatoren, insbesondere den Mitarbeitern des Fachbereichs Brandschutz-, Rettungsdienst und Katastrophenschutz für die gute Vorbereitung, die viel Zeit erfordert hat“, lobte Landrat Ulrich Krebs die Übung.

Das Szenario sah nach dem starken Schneefall, der dazu führte, dass weite Teile des Usinger Landes nicht mehr erreichbar waren, auch einsetzendes Tauwetter mit Überschwemmungen vor. „Das Szenario war bewusst sehr fordernd und sollte möglichst viele Probleme, wie stark eingeschränkter Rettungsdienst durch unpassierbare Straßen, Stromausfall mit daraus resultierende Wasserknappheit und vieles mehr aufzeigen, mit denen bei Extremwetterlagen zu rechnen ist, betonte Übungsleiter Wolfgang Reuber.

Die Übung lief ruhig und störungsfrei ab. An der Stabsrahmenübung nahmen zusätzlich zum Katastrophenschutzstab des Hochtaunuskreises, die Information und Kommunikationsgruppe und –zentrale, die Führungsgruppe Technische Einsatzleitung, das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, die Polizei, die Feuerwehrwachen in Usingen, Neu-Anspach, Grävenwiesbach und Weilrod sowie das Deutsche Rote Kreuz teil.

Die Übung einer Extremwetterlage war die dritte Veranstaltung im Rahmen der Durchführung von Stabs- bzw. Stabsrahmenübungen, nachdem im Jahr 2010 ein großflächiger Stromausfall und im Jahr 2011 ein Szenario eines Schadensereignisses anlässlich des Hessentages beübt wurde. Die nächste Stabsübung ist im Dezember 2013, zum Thema „Großschadensereignisses in einem Industriebetrieb“, vorgesehen.

 

   

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