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Integrationsstift Wetterau
Bild: v.l. Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel Pflügel, Tanja Bretthauer leitet die Fach-stelle „Sonstige soziale Hilfen und Migration“ und der Vorsitzende des Stiftungsbeirates der Integrationsstiftung, Bürgermeister a. D. Gerd Wagner

  Fritz - gegen fachliche Blindheit

Fritz ist ein Projekt, das mittlerweile schon über die Grenzen der Wetterau hinaus bekannt ist. Es bringt die Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik und Vertreter von sozialen Einrichtungen unterschiedlicher Cou-leur zusammen. Die beiden Ziele sind: Gewaltprävention und Vernetzung der Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Fachtagung „Hilfe für Fritz“ findet am 24. Januar in der Landesärztekammer in Bad Nauheim statt.
Die Geschichte ist bekannt: Fritz ist eine fiktive Peson, ein 19jähriger junger Mann, der Zeit seines Lebens mit vielen Problemen zu kämpfen hat, die sich schließlich irgendwann einmal entladen und die Mühlen der Justiz in Gang bringen. Zu der Frage, wie das nur passieren konnte, gesellt sich eine weitere: wie hätte man dem schon immer schwierigen Jungen frühzeitig helfen können, damit es erst gar nicht zu diesem Scherbenhaufen kommt, vor dem er jetzt steht?
Die Frage, ob Fritz nicht schon frühzeitig Hilfe hätte bekommen können, wenn nur alle, die mit ihm in Berührung kamen an einem Strang gezogen hätten, sei eindeutig mit Ja zu beantworten, so Landrat und Gesundheitsdezernent Joachim Arnold: „Das Projekt belegt eindrücklich, wie dringend nötig es ist, dass Einrichtungen zusammen arbeiten.“ Weil gerade Erzieher und Erzieherinnen an der Schnittstelle frühzeitigen Erkennens kindlicher Entwicklungsprobleme stehen, können sie im konkreten Einzelfall Eltern und Einrichtungen an einen Tisch bringen. „So können frühzeitig präventive und unterstützende Maßnahmen in Gang gesetzt werden“, ist Arnold überzeugt und weist auf die ebenso wichtige Vernetzung und Zusammenarbeit der Einrichtungen selbst hin. Fritz ist ein Projekt gegen fachliche Blindheit. Ziel der gemeinsamen Arbeit müsse es sein, so Arnold, Tätigkeit und Erkenntnisse der Beteiligten so zu vernetzen, dass im konkreten Einzelfall ein abgerundetes Bild entsteht.
Anhand der fiktiven Entwicklung dieses schwierigen Jungen lassen sich die Aufgaben und Arbeitsweisen aller, die irgendwann einmal mit Fritz in Berührung kamen, verdeutlichen. Und so besuchen die Studierenden im Verlauf des Projekts eine Reihe dieser unterschiedlichen Einrichtungen und stellen sie bei der Fachtagung in Kurzreferaten vor: Familien-Hebamme, Kinder- und Jugendarzt, Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche des Wetteraukreises, Fachstelle für Frühförderung, Allgemeiner Sozialer Dienst, Psychotherapeuten, Fachstelle Jugendarbeit, Jugendgerichtshilfe, Jugendwerkstatt Herrnhaag, Polizeidirektion Wetterau, Suchtprävention, Jobcenter, Jugendhilfe Nidda, Fachdienst Gesundheit.
Neu hinzu gekommen sind der Verein Lichtblick e.V., Bad Nauheim, Pro Familia, Friedberg, Familienstadt mit Zukunft, Büdingen und Liebig 9 aus Gießen. Ange-meldet haben sich auch zwei Berufliche Schulen: die Berta Jourdan Schule aus Frankfurt und die Ketteler-LaRoche-Schule aus Oberursel. Parallel zu den Kurzre-feraten ist die Fachtagung auch eine Messe, bei der sich rund 20 Einrichtungen an Ständen vorstellen. Die einzelnen Stände wurden von den Studierenden ge-staltet.

 

Kaiserschnitt nicht immer notwendig!

Aktuelles - Im Durchschnitt kommt heute jedes dritte Baby in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. In manchen Regionen ist dies sogar bei fast jeder zweiten Geburt der Fall. Die Bertelsmannstiftung hat Zahlen des Statistischen Bundesamtes und Versichertendaten aus den Jahren 2007 bis 2010 ausgewertet und dabei im Bundesvergleich große Unterschiede ausgemacht. So schwankt die Rate von weniger als 20 Prozent in Teilen der neuen Bundesländer bis fast 50 Prozent in Gebieten von Rheinland-Pfalz, Bayern und Niedersachsen. In Dresden werden beispielsweise nur 17 Prozent der Babys per Kaiserschnitt entbunden, während es in Tirschenreuth in Bayern mit 46 Prozent fast dreimal so viele sind. Im Wetteraukreis erblickten 32 Prozent der Kinder nach einer „sectio caesarea“ das Licht der Welt.

Medizinisch nicht immer notwendig
Experten diskutieren, ob wirklich jede dieser Operationen medizinisch notwendig ist. Während der Schwangerschaft oder unter der Geburt können selbstverständlich Situationen entstehen, in denen ein Kaiserschnitt unvermeidbar ist, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen. Aber in anderen Risikosituationen wäre auch eine natürliche Geburt möglich. Nach der Studie der Bertelsmannstiftung ist in diesen Fällen die individuelle Risikobewertung der Geburtshelfer ausschlaggebend. Die Ärzte haben einen Ermessensspielraum, den sie offensichtlich ganz unterschiedlich nutzen. „Uns fehlen in Deutschland einheitliche Richtlinien, wann ein Kaiserschnitt notwendig ist und wann nicht“, sagt Thorsten Scheld, Chef der DAK-Gesundheit in Friedberg.

Zudem lassen auch immer mehr Frauen einen Kaiserschnitt auf eigenen Wunsch vornehmen. Die Motive dafür sind unterschiedlich und reichen von Angst vor den Schmerzen über befürchtete Auswirkungen auf den Beckenboden. Für mache Frauen ist auch die Planbarkeit einer solchen Geburt sehr attraktiv.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Integrationsstiftung Wetterau

Die Integrationsstiftung Wetterau unterstützt die Betreuung von Flüchtlingen im Wetteraukreis mit einem Zuschuss von 1.000 Euro. Der Vorsitzende des Stiftungsbeirates, Bürgermeister a. D. Gerd Wagner aus Reichelsheim, hat dieser Tage einen Scheck an Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Betschel-Pflügel übergeben.
Bei dem Wetterauer Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ helfen sich Flüchtlinge unterei-nander, etwa bei Behördengängen, bei fehlenden Sprach-, Orts- und Kenntnissen der Gepflogenheiten in Deutschland. Bei Übersetzungen und Dolmetscherdiensten ist die Hilfe gut angelaufen und inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Betreuungsarbeit. Im Wetteraukreis sind derzeit rund 800 Flüchtlinge bzw. Asylbewerber untergebracht.
Mit der Gewährung des Zuschusses wird die Möglichkeit eröffnet, den ausländi-schen Betreuern und Helfern auf unbürokratischem Wege eine Auslagenerstattung zu ermöglichen, da für diesen Personenkreis keine anderweitigen staatlichen Mittel zur Verfügung stehen. Bislang haben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ihre Auslagen aus eigener Tasche beglichen und das bei einem ohnehin geringen Einkommen.
Baustein für eine aktive Willkommenskultur
Die Integrationsstiftung Wetterau wurde 2009 auf Initiative des Evangelischen Dekanats Wetterau und des Wetteraukreises gegründet. Mittlerweile haben sich ein weiteres Dekanat, drei Kirchengemeinden und neun Kommunen angeschlossen. Alle stiftenden Institutionen waren Gesellschafter der aufgelösten Flüchtlingshilfe gGmbH. Weil die Integration von Menschen unterschiedlicher ethnischer und sozialer Herkunft, kultureller und religiöser Traditionen eine der wichtigsten Daueraufgaben in unserer Gesellschaft bleibt, hatte man sich damals zur Gründung der Stiftung entschlossen.
Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel-Pflügel dankte Stiftungsratsvorsitzen-den Wagner für die bereits geleistete Hilfe und nannte die Arbeit der Integrations-stiftung einen unverzichtbaren Baustein auf dem Weg zu einer aktiven Willkom-menskultur in der Wetterau. „Durch Ihre Hilfe verbessern Sie die Chance von Flüchtlingen auf eine aktive Teilhabe in unserer Gesellschaft und auf dem Weg zu gut nachbarschaftlichen Beziehungen mit den Menschen, die schon lange hier leben.“  

   

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