Friedberg

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Starter Kit 2013

In jungen Jahren Entscheidungen über Lebens- und Berufsplanung zu treffen ist keine einfache Sache. Die Fachstelle Jugendarbeit bietet ein Einführungsseminar zur geschlechtsbezogenen Zukunfts-, Berufs- und Lebensplanung an. Es findet am Mittwoch, 17. April von 9 bis 15.30 Uhr im Plenarsaal des Kreishauses in Friedberg statt.

Lebensplanung und Berufsorientierung von Jungen und Mädchen rücken denn auch seit einigen Jahren immer mehr in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Schulen und andere Einrichtungen, die mit jungen Menschen zu tun haben, greifen das Thema immer wieder auf, bieten Projekte und Angebote dazu an.

Um dabei das Rad nicht immer wieder neu zu erfinden, gibt es ein Material- und Methodenset - so genannte Starter Kits - zur geschlechtsbezogenen Arbeit mit Mädchen oder Jungen. Es ermöglicht Schulen, Bildungsträgern und außerschulischer Jugendarbeit, mit geringem Aufwand geschlechterbewusst und kultursensibel in das Themenfeld der Lebens- und Berufswegplanung einzusteigen.

Das Starter Kit ist ein Aktions- und Erlebnisparcours für Mädchen und Jungen der Klassen acht bis zehn. Er besteht aus sechs Stationen, die so spannende Titel wie „Kopfjäger“, „Beste Freundin“ oder „Der große Schicksalsfall“ tragen. Er baut auf mehreren Stationen auf, die nacheinander kennen gelernt und bearbeitet werden. Die Starter Kits unterscheiden sich geschlechtsspezifisch bei den Spielstationen als auch bei Inhalten und Fragen und richten sich daher entweder an Jungen oder an Mädchen. Sie bieten zahlreiche Gesprächs- und Spielanlässe, durch die sich die Teilnehmenden mit Gleichaltrigen über wesentliche Themen und Fragen der Adoleszenz austauschen und sich Wissen für die Zukunft erarbeiten können. Die Fachstelle Jugendarbeit bietet beide Methodenkoffer zum Verleih an.

Das Einführungsseminar am 17. April richtet sich an Lehrkräfte und Mitarbeiter/innen aus Schule, Jugendarbeit, Jugendhilfe, ältere Schüler/innen/ und Jugendliche (ab 17 Jahren, Anmeldung über Lehrkraft oder Fachkraft). Referenten sind Martina Völker, Vorstandsfrau der LAG Mädchenarbeit in NRW, und Hendrik Müller LAG Jungenarbeit NRW/ Fachstelle Jungenarbeit, Dortmund.

Mit dem Seminar und dem Methodenset STARTER KIT möchte die Fachstelle Jugendarbeit/Jugendberufshilfe im Rahmen des Projektes hessenweite Strategie OloV pädagogischen Einrichtungen in der Wetterau und Jungenarbeitern eine Praxishilfe zur Verfügung stellen und die geschlechtsbezogene Berufsorientierung für Jungen fördern.

Anmeldung und Information zum Seminar bei der Fachstelle Jugendarbeit/Jugendberufshilfe, Telefon: 06031 83-3315 oder -3311, Fax: 06031 83-91-3311.

 

 

 

 

 

 


Wöllstadt Archäologen arbeiten Hand in Hand

Bild: Landrat Joachim Arnold und Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal vor Ort bei den archäologischen Grabungen im Bereich der Ortsumgehung Wöllstadt. Mit dabei Grabungsleiterin Jessica Meyer und ihr Kollege Werner Feth.

Archäologen arbeiten Hand in Hand

Wöllstadt - „Die notwendigen archäologischen Grabungen im Vorfeld des Baus der Umgehung Wöllstadt kommen gut voran. Die Archäologen arbeiten Hand in Hand mit dem Straßenbau. Dank der guten Abstimmung wird es durch die Grabungen keine zeitlichen Verzögerungen geben“, fasst Landrat Joachim Arnold seinen Besuch an der Baustelle der Umgehung Wöllstadt zusammen. Für Verdruss sorgen allein die vielen unliebsamen Besucher, die nachts sinnlos die Baucontainer aufbrachen.

Das Gebiet rund um Wöllstadt ist wie die gesamte zentrale Wetterau wegen seiner klimatisch günstigen Lage und der besten Böden ein uraltes Siedlungsgebiet. Auch die im Zuge des Baus der Ortsumgehung Wöllstadt notwendigen Grabungen liefern Nachweise, dass hier bereits vor 7000 Jahren gesiedelt wurde. Die Grabungen werden weitere Informationen über die Siedlungsgeschichte der Gemarkung liefern. „Von Anfang an stand die Kreisarchäologie mit der Straßenbauverwaltung in engem Kontakt, so dass die Grabungen eng mit dem Bauzeitplan vertaktet werden konnte. So erfolgten die ersten archäologischen Untersuchungen im Bereich der notwendigen Baustraßen, nun sind die Abschnitte der geplanten Brückenbauwerke an der Reihe“, erläutert Landrat Arnold die Reihenfolge der Grabungen.

Mit Spaten, Kellen und Pinsel ist das Team von Grabungsleiterin Jessica Meyer derzeit trotz der noch winterlichen Witterung täglich von früh bis spät am Werk. Die gefundenen Siedlungsreste und Keramikscherben werden erfasst und katalogisiert. Die dadurch gewonnen Erkenntnisse vervollständigen das Wissen über die Besiedelung der heutigen Wetterau in der Jungsteinzeit.

„Auch wenn die Funde nur von wissenschaftlicher Bedeutung sind, werden sie ebenfalls wie hochwertige Geräte nachts nicht vor Ort gelagert. Die Zeitgenossen, die schon mehrfach sinnlos die Baucontainer gewaltsam aufgebrochen haben, fanden nur einfaches, jahrelang benutztes Handwerkszeug vor. Der materielle Schaden ist aber beträchtlich und die Hilfen zur polizeilichen Ermittlungen führen zu unnützen Zeitverschwendungen“, äußert Landrat Arnold seinen Unmut über den Vandalismus.

„Trotzdem tun wir alles dafür, dass die notwendigen begleitenden archäologischen Grabungen die dringend benötigte Umgehung Wöllstadt nicht verzögern, sondern schneller nach vorne bringt“, bekräftigt Landrat Arnold seinen Willen, sich  auch weiterhin für einen zügigen Bauverlauf einzusetzen.


Baum des Jahres 2013

Der Wildapfel (Malus sylvestris), auch Holzapfel genannt, ist der Baum des Jahres 2013. Landrat Joachim Arnold hat persönlich ein Exemplar der seltenen Baumart auf dem kreiseigenen Gelände vor dem Haus der Umwelt in der Homburger Straße in Friedberg zu pflanzen. Unterstützung erhielt er dabei vom Naturschutzfonds Wetterau und der Unteren Naturschutzbehörde.

Der Wildapfel gehört zu den seltensten heimischen Baumarten und gilt als stark gefährdet. Mit dem weit verbreiteten Kulturapfel, ist er eng verwandt, es handelt sich jedoch im botanischen Sinne eindeutig um eine eigene Art. Gleichwohl sind beide in der Lage, sich gegenseitig zu befruchten und „Mischlinge“ zu bilden.

Genau dies ist das Problem unseres Holzapfels und auch der Grund für seine Seltenheit. Während der Blütezeit ist die Luft erfüllt mit Apfelpollen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wildapfelblüte ausgerechnet von einem Wildapfelpollen befruchtet wird und auf natürlichem Wege ein Sämling entsteht, der sich zu einem ausgewachsenen Baum entwickelt, ist äußerst gering“, erläutert Eva Langenberg, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde.

Viele vermeintliche Wildäpfel entpuppen sich denn auch bei näherer Überprüfung als Bastarde oder – in den meisten Fällen – als verwilderte „Hausäpfel“, die oft ein ganz ähnliches Erscheinungsbild aufweisen. „Allein die Tatsache, dass die Früchte klein und holzig und eigentlich kaum genießbar sind, ist noch kein ausreichendes Kriterium. Es müssen noch eine Reihe weiterer Merkmale zutreffen werden, um einigermaßen sicher zu sein, dass es sich tatsächlich um die fragliche Art handelt“, ergänzt Burkhard Olberts vom Naturschutzfonds Wetterau.

Die einzige realistische Möglichkeit, die Art zu erhalten, besteht in der Nachpflanzung von unter streng kontrollierten Bedingungen gezogenen Sämlingen. Für den jetzt gepflanzten Jungbaum trifft dies uneingeschränkt zu. Ebenso wie bei einigen weiteren Exemplaren, die in den nächsten Wochen an verschiedenen Standorten in der Landschaft angepflanzt werden sollen, handelt es sich um eine kontrollierte Erhaltungszucht der forstlichen Saatgutstelle in Hanau-Wolfgang.

„Die Staatliche Samendarre Wolfgang hat uns freundlicherweise mehre Jungbäume kostenlos zur Verfügung gestellt, was wir sehr gerne angenommen haben“, freut sich Landrat Joachim Arnold. „Damit konnten wir gemeinsam einen kleinen Beitrag zur  Erhaltung des Holzapfels auch bei uns in der Wetterau leisten.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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