Bad Nauheim

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Bad Nauheim Kanalcharakter

Teilstück der Straße „Am Goldstein“ am 22. und 23. Juni gesperrt

Der Hessische Rundfunk wird am Samstag, dem 22. Juni und Sonntag, dem 23. Juni auf dem Gelände der Eisenbahnfreunde Wetterau e.V. Dreharbeiten vornehmen. Deshalb wird die Straße „Am Goldstein“, zwischen Adlerweg und dem Kreisel Rödger Weg, an diesen beiden Tagen von 6 bis 23 Uhr für den Kraftfahrzeug- und Fußgängerverkehr ge­sperrt.

Bereits im Kreuzungsbereich B3/L3134 und Steinfurther Straße wird auf die Sperrung hingewiesen. Betroffene Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer können den Be­reich über die B3 bzw. die Frankfurter Straße umfahren.

Die Zufahrt für Anliegerinnen und Anlieger bleibt gewährleistet. Die Stadt Bad Nauheim bittet um Verständnis.


Ludwigsbrunnen Messungen laufen

Vor wenigen Wochen war eine Druckschwankung in der Steigleitung des Ludwigs­brunnens am Gradierbau III festgestellt worden. Der Brunnen beförderte das Heilwasser immer wieder unregelmäßig und stoß­artig mit erhöhtem Druck an die Oberfläche. Aus Sicherheits­gründen wurde daher der Bereich um die Heilquelle abgesperrt. Zunächst wurde ein in der Steigleitung festgestelltes Loch geschlossen, das aber womöglich nicht die Ursache für den Defekt darstellt.

Mittlerweile hat sich die Situation etwas beruhigt. Aber in den nächsten Tagen müssen noch weitere Messungen durchgeführt werden. Zu diesem Zweck wurde der Ludwigsbrunnen mit geringer Förderleistung wieder angefahren. Vorsorglich wird auch, im Sinne der Sicherheit, eine CO2-Meldeanlage mit Direktschaltung auf die Rufbereitschaft des Fachbereichs Kur- und Servicebetrieb installiert. Zudem werden zurzeit weitere technische Maßnahmen zur Instandsetzung erarbeitet.

Sollten bei den Messungen keine Auffälligkeiten mehr eintreten – insbesondere kein Sandauswurf –, ist geplant, den Brunnen mit vorerst reduzierter Fördermenge an das reguläre Verteilungsnetz anzuschließen. Danach kann der Bauzaun wieder entfernt und die Heilwasserkostung für die Öffentlichkeit freigegeben werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Kanalcharakter verschwunden

Die Veränderung ist nicht nur mit dem Auge zu erkennen – auch ein geschultes Ohr merkt, dass an der Usa in Nieder-Mörlen etwas anders ist. Das eher schnelle „Rauschen“ hat sich zu einem natürlichen und ruhigen „Plätschern“ verändert. Grund hierfür ist die in den vergangenen Monaten durchgeführte Renaturierung des Flusses. Auf einer Länge von 1.400 Metern, ab der Brücke „Am Haingraben“ bis zum Steg am Golfplatz, wurde der ursprüngliche, naturnahe Zustand wieder hergestellt.

Bürgermeister Armin Häuser stellte am vergangenen Dienstag der Öffentlichkeit die fertig gestellten Arbeiten an dem Flussabschnitt vor, die eine eigendynamische Entwicklung des Gewässers wieder zulassen.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Usa von Menschenhand verändert. Sie wurde begradigt und befestigt, um eine schnellere Ableitung des Wassers zu er­reichen. Leider oft mit gegenteiliger Wirkung und einer darunter leidenden Gewässer­struktur. Die Böschungen wurden kanalartig vertieft eingegraben und sind teilweise mit alten Grabsteinen mauerartig befestigt worden. Bei starken Regenfällen im Taunus, dem Quellgebiet der Usa, hatte der Flussabschnitt in Bad Nauheim schnell einen hohen Pegel erreicht und konnte die großen Wassermassen nicht mehr fassen. Auch haben sich viele Fische und Tiere von dem Fluss abgewandt, da es an  Struktur- und Strömungsvielfalt und damit einem natürlichen Lebensraum mangelte.
Nur etwa drei Monate hat die reine Umgestaltung gedauert, durch die der „Kanalcharakter“ verschwunden ist und das Fließgewässer das ursprüngliche Bett zurückerhalten hat sowie die Bachrinne verbreitert worden ist.

Dazu wurden auf einer Strecke von über 300 Metern Betonbefestigungen entfernt und 180 Tonnen Bauschutt aufgenommen und entsorgt. Außerdem wurden bei 93 den Wasserabfluss behindernden Gehölzen die störenden, unteren Äste entfernt und nicht standortgerechte Gehölze gerodet. Mittels einer Steinschüttung von 560 Tonnen wurden erosionsgefährdete Abschnitte gesichert und zur Uferabflachung 2.300 Kubikmeter Aushub abtransportiert.

„Die Uferabflachung ist ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz rund um die Usa. Die damit verbundene Verbreiterung bewirkt, dass sich das Gewässer, im Fall von Hochwasser, besser ausbreiten kann und weniger schnell über die Ufer tritt. Schaut man derzeit nach Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen oder Bayern wird sehr deutlich, welche Bedeutung dieser Schutz hat. Selbst kleine Flüsse wie die Usa kön­nen schon immense Schäden anrichten. So auch während des Hochwassers 1981 in Bad Nau­heim, als Sprudelhof, mehrere Kliniken und Straßen unter Wasser standen“, erläutert Häuser.

Durch die naturnahe Umgestaltung – ganz im Sinne der Europäischen Wasser­rahmenrichtlinie – präsentiert sich das Fließgewässer in einem sehr guten öko­logischen Zustand. Durch die Maßnahmen wurde ein strukturreiches Gewässer­bett eingerichtet, das sich wiederum sehr positiv auf die fließgewässertypischen Pflanzen- und Tierarten auswirkt. Durch die damaligen ersten Renaturierungsarbeiten in der Stift- oder Zanderstraße ist der Fischbestand beispielsweise „explodiert“.

Auch für die Spaziergänger hat die Promenade entlang des Ufers deutlich an At­traktivität gewonnen, und es können im Bereich der Frauenwaldschule Lehrbiotope zur Beobachtung von Fischen und Wirbellosen eingerichtet werden.

Häuser bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten sowie der Hessischen Umwelt­ministerin Lucia Puttrich, die das Vorhaben finanziell unterstützt hat. Für die Aufwertung der Usa wurden insgesamt rund 160.000 Euro investiert. Davon trägt das Land Hessen 85 Prozent der Kosten.




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