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Friedberg Netzwerk Schulbauernhof

Netzwerk Schulbauernhof

„Auch in einer ländlichen Region weiß nicht jeder, wo unsere Nahrungsmittel herkommen oder wie sie weiterverarbeitet werden“, bedauert Landrat Joachim Arnold. Vor einigen Jahren haben sich deshalb landwirtschaftliche Betriebe zusammengeschlossen, die Schülerinnen und Schülern die praktische Landwirtschaft näher bringen wollen. Da gibt es viel zu erleben, zum Beispiel auf dem Kartoffelacker von Biobauer Wolfgang Koch in Nidda.

Warum Kartoffeln gar nicht an einem Busch wachsen können, sondern in der Erde ihre Knollen bilden, erfuhren zum Beispiel auch 72 Schüler und Schülerinnen der Otto-Dönges Schule in Nidda. Die Jungen und Mädchen waren zu Gast bei Wolfgang Koch, Biobauer aus Nidda. „Es sind solche Aussagen, die zeigen, wie es bei unseren Kindern um das Wissen über Naturkreisläufe, Pflanzen und Tiere bestellt ist“, sagt Landrat Arnold. Eine Schülerin erzählt immerhin, dass sie im Garten Kartoffeln pflanzt. Von ihrer Mutter weiß sie, dass man aus einer Knolle drei Stücke schneiden kann und aus diesen dann - wenn genug Augen dran sind - große Pflanzen wachsen.

Wolfgang Koch führt auf seinem Hof schon seit einigen Jahren das Projekt „Die Kartoffel - eine tolle Knolle“ durch. An vier Vormittagen können die Kinder pflanzen, Kartoffelkäfer suchen, ernten und kochen. Am Ende wird ein Kartoffelfest gefeiert. Gabi Weber, Lehrerin an der Otto-Dönges-Schule ist überzeugt vom Netzwerk: „Bei den neuen Bildungsstandards für den Unterricht geht es darum, Kompetenzen zu lernen. Da ist der Schulbauernhof eine gute Gelegenheit, denn hier können die Kinder Erfahrungen sammeln, was das Wachstum der Kartoffeln angeht.“

Einige der Schülerinnen und Schüler kennen „ihren“ Bauer Koch schon länger. „Ich füttere immer die Tiere“, erklärt Marina. Während Rieke sich keine Gedanken gemacht hat, wo die Kartoffeln im Supermarkt herkommen, findet Julia die Arbeit des Bauern „voll anstrengend“ und meint: „Wenn er ganz alleine wäre: Oje, das geht doch gar nicht.“ Und Baran weiß, was er einmal werden will: “Klar, Forscher. Natur- oder Technik-Forscher. Die Natur, die ist was für mich, trotz der Hitze.“

Hintergrund zum Netzwerk Schulbauernhof

Selbst in einem ländlichen Raum, der die Wetterau bei aller Nähe zur Metropole Frankfurt immer noch ist, gehört eine wirkliche Ahnung von Landwirtschaft längst nicht mehr zum Allgemeingut. Weder bei Erwachsenen, noch bei Kindern und Jugendlichen. Damit weniger über Landwirtschaft geredet, dafür aber mehr buchstäblich, praktisch mit allen Sinnen begriffen wird, gibt es seit mehr als zehn Jahren in Hessen die Initiative „Bauernhof als Klassenzimmer“. In der Zwischenzeit hat sich das Projekt weiterentwickelt, aber der Bedarf besteht unverändert und das Interesse bei Landwirten und Schulen ist groß. So lag die Idee zu einem richtigen Lernbauernhof nahe.

Weil klassische Schulbauernhöfe den Nachteil haben, dass sie das Bild der Landwirtschaft nur unzureichend präsentieren, geht der Fachdienst Landwirtschaft einen 

anderen Weg: Ein Netzwerk von landwirtschaftlichen Betrieben, die das Schulprojekt gemeinsam führen. „Mehrere Betriebe mit ins Boot zu nehmen macht es möglich, die Bandbreite der Landwirtschaft abzubilden und es liegt näher an der Realität. Wir wollen keinen idyllischen Lernbauernhof zeigen, sondern reale Landwirtschaft auf realen Höfen. Das Projekt setzt zudem auf Nachhaltigkeit. Wir erreichen damit sowohl die pädagogischen Fachkräfte, die oft selbst nicht mehr in der Wetterau, sondern in der Großstadt leben als auch die Kinder und Jugendlichen und verhindern, dass sie den Bezug zu ihrer Region verlieren“, sagt Landrat Arnold als überzeugter Wetterauer.

Wer mehr von Wolfgang Koch und den anderen landwirtschaftlichen Betrieben des Netzwerkes Schulbauernhof erfahren will, kann sich informieren unter www.schulbauernhoefe-wetteraukreis.de. Weitere Informationen auch beim Fachdienst Landwirtschaft, Dörte Striebl, Telefon: 06031/83-4216.

 


Friedberg Nidda Neubau

Neubau an der Gemeinsamen Musterschule

An der Gemeinsamen Musterschule in der Friedberger Altstadt wird gebaut: Ein dreigeschossiges Mehrzweckgebäude mit Turnhalle, Schulräumen und einer Mensa. „Die Gesamtinvestition für den Neubau beläuft sich auf rund 2,7 Millionen Euro“, teilt Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel mit, der beim traditionellen Spatenstich grünes Licht für den Bau gab.

Die Bauarbeiten selbst wurden allerdings schon früher eingeläutet, nämlich mit dem Abriss der ehemaligen Turnhalle. Dieses Gebäude aus dem Jahr 1902 war einst eine Baracke für die polytechnische Lehranstalt und wurde seit 1962 als Turnhalle genutzt.

Weil die Gemeinsame Musterschule auf einer ehemaligen Klosteranlage steht, rechnet Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel auch mit archäologischen Funden. „Um diese denkmalschutzrechtlich zu sichern, haben wir ein Ingenieurbüro beauftragt, das die archäologische Prüfung, Dokumentation und Sicherung übernimmt“, erläutert der Dezernent. Er schließt nicht aus, dass es dadurch auch zu Verzögerungen beim Bau kommen kann.

Der dreigeschossige Neubau wird unterschiedlich genutzt werden. Im Untergeschoss ist die Turnhalle untergebracht, die Platz für eine Spielfeldfläche von zehn mal 16 Meter hat. Im Erdgeschoss befinden sich die Umkleiden und Duschen der Turnhalle, sowie die beiden Betreuungs- bzw. Klassenräume, mit dazugehörigem Gesprächs- und Nebenraum. Im Obergeschoss schließlich wird die Mensa sein, mit Küchentrakt und Dachterrasse. Für die Barrierefreiheit sorgen ein Aufzug und eine Behindertentoilette.

Der Neubau ist aus Stahlbeton: Unter-, Zwischen- und Erdgeschoss haben eine gedämmte Element-Vorhangfassade, das Obergeschoss eine Wärmedämmverbundfassade.

Die Gemeinsame Musterschule in der Friedberger Altstadt gehört zu den Schulgebäuden, in denen schon viele Generationen Wetterauer Kinder die Schulbank drückten. In einem Plan der Stadt Friedberg aus dem Jahr 1860 ist das Schulgebäude in der Augustinergasse bereits verzeichnet.


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