Bad Homburg

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Einweihung Schulküche mit Tim Mälzer

Erste Hilfe bei häuslicher Gewalt

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellen Landrat Ulrich Krebs, die Landtagsabgeordnete Petra Fuhrmann und der Leiter des Diakonischen Werks Hochtaunus, Michael Hibler, das neue Projekt „Täterarbeit bei häuslicher Gewalt“ vor. Seit 1.Oktober besteht erstmals ein flächendeckendes und spezifisches Beratungsangebot für die Täter bei häuslicher Gewalt im Hochtaunuskreis. Durchgeführt wird diese Beratung vom Diakonischen Werk Hochtaunus. Sie findet in enger Kooperation mit der Polizei, der Justiz, der Staatsanwaltschaft, den Frauenunterstützungseinrichtungen, sowie dem Jugendamt des Hochtaunuskreises statt. Der Hochtaunuskreis unterstützt das Projekt mit einem jährlichen Betrag von 60.000 Euro.

„Das Diakonische Werk ist als Anlaufstelle hervorragend geeignet, da bereits große Erfahrung in der Paarberatung besteht und es wichtig ist, bei Problemen auf beide Seiten sachgerecht einzugehen. Unser gemeinsames Ziel ist es, erneute Gewaltausbrüche zu verhindern und dadurch die Familien, gerade die Kinder, zu schützen“, erklärt Landrat Krebs.

„Durch das Beratungsangebot zeigen wir, dass wir das Problem der häuslichen Gewalt ernst nehmen und in die Öffentlichkeit tragen. Den Tätern muss deutlich werden, dass Gewalt in der Familie strafbar ist und großen psychischen Schaden anrichtet. Sie sollen die Chance bekommen, sich mit den Gründen ihrer Gewaltneigung auseinanderzusetzen und der Gewaltspirale zu entkommen“, so die Landtagsabgeordnete Petra Fuhrmann, die sich für das Projekt stark gemacht und die Förderung durch den Kreis angeregt hatte.

„Das Angebot der Beratungsstelle richtet sich überwiegend an Männer, die in partnerschaftlichen Beziehungen Gewalt ausüben. Dabei wird sowohl mit denen, die sich selbst melden, als auch mit von der Justiz zugewiesenen Tätern gearbeitet“, erläutert Michael Hibler, der Leiter des Diakonischen Werkes Hochtaunus, die Ansätze der Beratung. Das Diakonische Werk Hochtaunus hat dazu den Dipl. Sozialpädagogen Peter Leiding eingestellt, der die Täterberatung durchführen wird. Leiding bringt mehrere Jahre Erfahrung in der Täterarbeit mit und verfügt darüber hinaus über entsprechende Zusatzqualifikationen.

Im Hochtaunuskreis wurden laut Polizeistatistik im Jahr 2012 insgesamt 176 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Davon 149 Männer als Täter und 27 Frauen als Täterinnen. Im Jahr 2011 waren es 202 gemeldete Fälle, davon 170 Täter und 32 Täterinnen.

Erste Erkenntnisse haben gezeigt, dass durch die Täterarbeit die Wiederholungstaten bis zu 50 Prozent gemindert werden können.

Die Beratungen werden als Einzel-, Gruppen- und Paarberatung angeboten. Wenn die Täter die Beratungsstelle regelmäßig besuchen und das Training erfolgreich durchlaufen, ist dies für die Beziehung ein großer Gewinn. Der Auslöser für gewalttätige Übergriffe durch den Partner kann zum Beispiel eigene Gewalterfahrung, Alkohol oder Beanspruchung von Dominanz sein.

Wichtige Bestandteile des Trainings beim Diakonischen Werk Hochtaunus sind: Bearbeitung der eigenen Täter- und Opferbiografie, die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, mit dem Selbstbild, mit den eigenen Stärken und Schwächen, dem Männer-, Frauen- und ggf. Vaterbild und die Empathie mit den Opfern. Der Kernpunkt des Trainings ist die Gewaltneigung von Personen zu verringern und einen sogenannten Wandlungsprozess zu erreichen, damit die Täter sich von der Gewalt ab- und ihrem neuen Selbstbild zuwenden, so dass sie später für eine gewaltfreie Lösung einstehen. Somit können ein individueller Notfallplan und gewaltfreie Kommunikationsstrukturen erarbeitet werden, damit die Beziehung und Lebenssituation von Partnerschaft und Kindern nicht weiter belastet wird. Denn gerade für Kinder ist Gewalt besonders belastend und schädigend.



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"KLASSE, KOCHEN!" mit Tim Mälzer

Die Maria Ward Schule in Bad Homburg hat im Rahmen des Wettbewerbs „KLASSE, KOCHEN!“ eine Übungsküche gewonnen, die mit TV-Koch Tim Mälzer eingeweiht wurde. Das Koch-Event ist damit der Abschluss der Wettbewerbsrunde 2011, zu der das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Tim Mälzer und die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem Küchenhersteller Nolte aufgerufen hatten. „KLASSE, KOCHEN!“ ist Teil von IN FORM – „Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“.

Die Maria Ward Schule ist bereits seit 2006 mit der Auszeichnung „Schule und Gesundheit“ des Hessischen Kultusministeriums zertifiziert. „Wir legen großen Wert darauf, mit unseren Schülerinnen die Grundsätze ausgewogener Ernährung aktiv zu leben“, so Schulleiterin Michaela Eder. Die Klassenstufen widmen sich im Unterricht dem verantwortungsvollen hygienischen Umgang mit Lebensmitteln, qualitäts- und preisbewusstem Einkaufen oder ernährungsbedingten Erkrankungen. In der Pause bietet die Cafeteria ein umfangreiches Angebot gesunder Speisen wie frisches Obst und Vollkornbrötchen. Exkursionen in Bäckereien oder Projektwochen mit Koch- Events vertiefen die Theorie zu gesunder Ernährung. Über regelmäßige Infoabende werden die Eltern eingebunden.

Das Konzept und die Umsetzung an dieser Mädchenschule wurden beim Wettbewerb „KLASSE, KOCHEN!“ mit dem Gewinn einer hochwertigen Übungsküche ausgezeichnet. Zusätzlich erhält die Schule einen Zuschuss von 1.000 Euro für die erste Grundausstattung der Küche. „An dieser Schule steht Ernährung ganz selbstverständlich auf dem Stundenplan. Mit der neuen Küche geht’s nun von der Theorie zur Praxis“, sagt Tim Mälzer, der zusammen mit den Jugendlichen die Schulküche einweihte.

Die Maria Ward Schule ist eine von zehn Gewinnerschulen der zweiten „KLASSE, KOCHEN!“- Wettbewerbsrunde. Bei der Auswahl wurde u. a. besonderer Wert darauf gelegt, dass das Thema Ernährung vielseitig und fächerübergreifend in den Schullalltag eingebunden wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




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